Die Nachricht verbreitete sich innerhalb weniger Stunden in der gesamten österreichischen Medienlandschaft: Michael Kuhn, über Jahrzehnte eine der prägendsten Figuren des heimischen Sportjournalismus, ist im Alter von 88 Jahren gestorben. Seine Tochter informierte die Austria Presse Agentur, dass Kuhn in der Nacht in Kärnten verstorben sei, wo er seinen Lebensabend verbrachte.

Ein Name, der untrennbar mit dem österreichischen Sport verbunden war

Kaum ein anderer Journalist prägte den österreichischen Sportjournalismus so nachhaltig wie Kuhn. Ab 1959 leitete er über vier Jahrzehnte hinweg das Sportressort der Kronen Zeitung, der auflagenstärksten Tageszeitung des Landes, und stieg dort später zum geschäftsführenden Chefredakteur auf. Parallel dazu war er von 1965 bis 1993 als Kommentator für Fußball und Skirennen beim ORF tätig, was ihm über nahezu drei Jahrzehnte eine enorme Bekanntheit über die reine Fachöffentlichkeit hinaus verschaffte.

Die Trennung vom ORF im Jahr 1993

Ein einschneidender Moment seiner Karriere war die Beendigung der Zusammenarbeit mit dem ORF Anfang 1993. Der damalige Generalintendant Gerd Bacher begründete diesen Schritt damit, dass Kuhns Spitzenposition bei der Krone und seine gleichzeitige Tätigkeit für den öffentlich-rechtlichen Sender nicht miteinander vereinbar seien. Trotz dieses Bruchs blieb Kuhn dem österreichischen Sportjournalismus über die Zeitung hinaus treu verbunden.

Verdienste für den Berufsstand der Sportjournalisten

Neben seiner publizistischen Arbeit engagierte sich Kuhn maßgeblich für die Professionalisierung seines Berufsstandes. Ab 1997 war er Gründungsmitglied und Präsident von Sports Media Austria, dem Verband österreichischer Sportjournalisten, dessen Ehrenpräsidentschaft er bis zu seinem Tod innehatte. Diese organisatorische Arbeit wird von Kolleginnen und Kollegen als ebenso bedeutend eingeschätzt wie seine journalistischen Texte selbst.

Auszeichnung Jahr Verleihende Institution
Großes Ehrenzeichen für Verdienste um die Stadt Wien 1997 Stadt Wien
Sonderpreis für sein Lebenswerk 2019 Internationale Sportjournalisten-Vereinigung AIPS
Auszeichnung für sein Lebenswerk 2024 Branchenmagazin Österreichs Journalist:in

Reaktionen der Sportmedienbranche

Michael Schuen, Präsident des Sportmedienverbandes SMA, würdigte Kuhn als Doyen des österreichischen Sportjournalismus. ORF-Generaldirektorin Ingrid Thurnher hob insbesondere Kuhns unverwechselbare Stimme hervor, die vielen Sportfans bis heute im Ohr geblieben sei, wenn es um legendäre Übertragungen aus mehreren Jahrzehnten österreichischer Sportgeschichte gehe.

  • Über vier Jahrzehnte prägende Tätigkeit bei der Kronen Zeitung
  • Nahezu drei Jahrzehnte als ORF-Kommentator
  • Langjähriger Präsident von Sports Media Austria
  • Mehrfache Auszeichnung für sein publizistisches Lebenswerk

Weiterführende Informationen zu Leben, Karrierestationen und Wirken von Michael Kuhn finden sich unter michael kuhn todesursache, wo auch die Reaktionen aus der Medienbranche dokumentiert werden.

Die unverwechselbare Stimme von Michael Kuhn ist vielen Sportfans noch im Ohr, wenn es um legendäre ORF-Sportübertragungen geht.

Fazit

Der Tod von Michael Kuhn markiert den Abschied einer der einflussreichsten Persönlichkeiten des österreichischen Sportjournalismus. Sein Wirken bei Kronen Zeitung und ORF sowie sein Engagement für den Berufsstand hinterlassen Spuren, die weit über sein eigenes publizistisches Werk hinausreichen.